Frédéric Chopin

Frédéric Chopin



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(1810 -1849)

Unter den bedeutenden Komponisten ist Frédéric Chopin der einzige, der sich in seinem Schaffen vor allem vom Klavier inspirieren ließ und dessen Werk auch im wesentlichen für dieses Instrument geschrieben wurde. Kein anderer Komponist hat die Entwicklung von Technik und Spielkunst des modernen Klaviers dermaßen vorangetrieben und zu seiner Emanzipation als Solokonzertinstrument ähnlich viel beigetragen: Ausführungsnuancen, neue Fingersatzfiguren, weite Griffe, Sprungmotive, extreme Geschwindigkeit, Gegeneinandersetzen von Klangfarben, Legato-Staccato, crescendi-decrescendi, sowie die Verwendung des rechten Pedals sind von Chopin auf raffinierteste Weise in Verbindung mit poetisch-melodischen Elementen kompositorisch eingesetzt worden.

Da zu jener Zeit die Restauration im übrigen Europa jegliche freiheitliche Gesinnung zu ersticken drohte, zog es viele Künstler in das aufregende Paris nach der Revolution von 1830. Dort stand die romantische Bewegung an der Spitze künstlerischer Erneuerungen. Es galt, die starren Formen (neo-)klassischer Kunst zugunsten subjektiver Empfindung zu zerschlagen. Chopin selber brauchte indes keine programmatischen Leitsätze : er lebte die romantischen Werte seiner Zeit instinktiv und auf das intimste, indem er nichts anderes tat, als seinen ureigenen Stil zu entfalten. Er begegnete Felix Mendelssohn, Robert Schumann, Franz Liszt (dem er das Opus 10 widmet), die sogleich das junge Genie anerkannten, das wenig später als einer der faszinierendsten Virtuosen in den Salons der französischen Hauptstadt triumphierte.