Le tournant symphonique  

Johann Sebastian Bach
Felix Mendelssohn
Franz Liszt
Cesar Franck
Marcello - Bach

Le tournant symphonique

Xavier Darasse, Orgel


VOL GR 014

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Johann Sebastian Bach
01. Prélude et fugue en mi mineur (13:47) 0.89
Felix Mendelssohn
02. VIe Sonate (13:26) 0.89
Franz Liszt
03. Fantaisie et fugue sur “Ad Nos..” (27:59) 0.99
Cesar Franck
04. Pièce héroique (7:50) 0.79
Bach - Marcello
05. Adagio du concerto en ré mineur (4:06) 0.79

Spielzeit 1:07:12

Das provenzalische Dorf SAINT MAXIMIN war für das frühe Christentum in Frankreich eine zentrale Stätte. Seine mächtige Kathedrale wurde 1293 auf dem legendären Grab der Maria-Magdalena errichtet. Das Gebäude birgt eine nicht minder bedeutende Orgel, ein Meisterwerk Jean-Esprit Isnards, Laien-bruder im Dominikanerkloster von Tarascon bei Arles. Er war einer der bekann-testen Orgelbauer des 18. Jahrhunderts.

Isnard übte seine Kunst in der Provence aus und galt als einer der geschicktesten seiner Zunft. Er hatte die großen Instrumente der Kathedrale und der Eglise des Prêcheurs in Aix-en-Provence, sowie der Eglise Saint Cannat in Mar-seille hergestellt. Die Orgel von Saint Maximin war sein letztes und bedeutendstes Werk. Er baute sie im Auftrag der reichen dominikanischen Gemeinde in den Jahren 1772-75 mit der Hilfe seines Neffen Joseph.

Die Orgel überlebte die Wirren der Revolutionszeit dank des Organisten Fourcade, der in Gegenwart von Repräsentanten der Revolution die “Marseil-laise” spielte, woraufhin die Orgel als “republikanisch” eingestuft wurde. In der Folge wurde das Instrument nur im Rahmen der kleinen ländlichen Kirchen-gemeinde von Saint Maximin benutzt und dabei mehr schlecht als recht instand gehalten. Jedwede Modernisierung war aus finanziellen Gründen ausgeschlossen und die Orgel zählt heute zu den seltenen Instrumenten Frankreichs (und Europas), deren ursprüngliches Material erhalten geblieben ist, in diesem Fall 2700 Orgelpfeifen von der Hand Isnards.

Zum Schutz des Instrumentes wurde 1963 aufgrund der Initiative von Pierre Rochas, einem jungen Arzt aus Brignoles, die Académie de l’Orgue Français (Akademie der französischen Orgel) gegründet. Sie richtete sich gegen die in Mode gekommene neo-klassizistische Orgelrestauration, welche bereits zahlreiche historische Instrumente im Sinne eines schlecht verstandenen Modernismus denaturiert hatte. Die Akademie bot einer neuen Generation von Orgelbauern und Organisten ein Forum, auf dem sie ihre historisch bewusstere Auffassung vom Bau und von der Musik klassischer Orgeln vertreten konnten. Die Académie de l’Orgue Francais richtete von 1963 bis 1978 regelmäßig im Juli Interpretationskurse ein, u.a. mit den Organisten Michel Chapuis, Xavier Darasse, André Isoir, René Saorgin und André Stricker. Gleichzeitig wurden im Rahmen der Soirées de Musiques Françaises in jenen Jahren mehr als 200 Orgel- und andere Konzerte für ein zahlreiches und begeistertes Publikum organisiert. Diese Musikfestivals hatten einen großen nationalen und internationalen Erfolg.

Einige der Konzerte waren zu Archivzwecken aufgenommen worden. Beim Abhören der Bänder nach 35 Jahren wurde deutlich, dass manche Aufnahmen eine erstaunliche Qualität hatten und somit ihre Veröffentlichung aus mehreren Gründen in Betracht kam: Man hört auf ihnen die Orgel nach der ersten Restaurationsstufe noch im Zustand der gleichmäßigen Temperierung von 1880. Dadurch konnten symphonische Werke von Liszt und Franck auf ihr gespielt werden. Die im Jahre 1990 erfolgte Wiederherstellung der französischen untemperierten Stimmung des 18. Jahrhunderts eignet sich nicht für die Ausführung von Werken aus der symphonischen Periode. Die akustischen Bedingungen waren ideal, da etwa tausend Zuhörer im Kirchenschiff versammelt waren. Offenbar hatte Isnard die Orgel für eine volle Kirche harmonisiert, und somit findet sich auf diesen Tondbändern weit weniger Nachhall als in vielen anderen, meist in leeren Kirchen durchgeführten Aufnahmen. Doch vor allem sind diese Archivaufnahmen ein historisches Zeugnis der hohen Kunst zweier großer, leider viel zu früh verstorbener Musiker: André Stricker und Xavier Darasse. Neben einer genauen Kenntnis der reichen Klangpalette dieser seltenen Instrumente, verfügten sie auch über eine meisterhafte Technik, mit der sie den damals sehr schlechten Zustand der Tastaturen einfach brillant überspielten.